Was ist wenn das auge ständig zuckt

Ein zuckendes Augenlid hatte sicher jeder schon mal. Oft verschwindet der nervöse Tick innerhalb weniger Minuten von allein. In den meisten Fällen ist er harmlos. Tritt das Phänomen allerdings über mehrere Wochen häufiger auf, sollten Sie die körperlichen Ursachen checken lassen.

Ein zuckender Lidmuskel kann auch ein Anzeichen für ernste körperliche Beschwerden sein:

1. Warnsignal für hohen Blutdruck

Steigt unser Blutdruck, kann ein pulsierendes Blutgefäß den Nerv an unserem Auge reizen. Der Lidmuskel fängt dann an zu zucken. Ist Ihr Blutdruck dauerhaft erhöht, kann das ernste Folgen haben – etwa eine Herzschwäche oder einen Schlaganfall. Messen Sie bei Verdacht Ihren Blutdruck zu verschiedenen Zeiten.Ab Werten von mindestens 140 zu 90 mmHg liegt Bluthochdruck vor.Dann sollten Sie sich von einem Arzt zu möglichen Therapien beraten lassen.

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2. Warnsignal für Burn-out

Auch wenn wir gestresst sind, steigt unser Blutdruck. Ein ständig zuckendes Lid kann daher ein frühes Anzeichen für ein Burn-out sein. Schalten Sie besser einen Gang runter. Entspannungsübungen können den Muskel wieder beruhigen.

3. Warnsignal für Magnesiummangel

Magnesium unterstützt die Funktion unserer Muskeln und Nerven. Ein Mangel an dem Mineral kann ein Muskelzucken verursachen. Da Magnesiummangel zu Kopfschmerzen und Schlafstörungen führen kann, sollten Sie auch dieses Warnsignal ernst nehmen. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich 300 bis 350 Milligramm Magnesium.

4. Warnsignal für Schilddrüsenstörung

Unsere Schilddrüse produziert die Hormone T3 und T4. Sie beeinflussen unter anderem das Wachstum unseres Nervensystems, regeln die Körpertemperatur und sind am Stoffwechselprozess beteiligt. Produziert das Organ zu viel davon, kann sich das in Herzrasen, Nervosität oder auch Muskelzucken bemerkbar machen. Ein Arzt kann eine Schilddrüsenfehlfunktion diagnostizieren und mit entsprechenden Medikamenten gut behandeln.

5. Warnsignal für zu hohen Alkoholkonsum

Der Missbrauch von Alkohol und andere Drogen kann einen bleibenden Schaden im Gehirn hinterlassen. Übertragen die Nerven Signale nicht mehr richtig, kann sich das unter anderem in einem unkontrollierten Zucken der Augenlider äußern. Betroffene sollten sich schnellstmöglich professionelle Hilfe suchen. Sonst bleiben körperlichen Schäden und das Augenzucken ein Leben lang.

Wenn das Lid unkontrolliert zuckt oder flattert, sieht das oft komisch aus. Andere finden es witzig, man selbst unangenehm. Doch wir tun es in den allermeisten Fällen als Lappalie ab. Dabei kann das nervöse Zucken auch auf ernsthafte Krankheiten hinweisen.

Entwickelt das Lid ein Eigenleben und zuckt unwillkürlich, braucht deswegen niemand sofort zum Arzt zu gehen. Denn das Flackern am Auge verschwindet zumeist innerhalb weniger Minuten wieder und sind die Mini-Muskelzuckungen doch in den meisten Fällen absolut harmlos.

„Verantwortlich dafür ist oft ein Ungleichgewicht im Salzhaushalt des Körpers, das das Spiel zwischen Nerv und Muskel stört“, erklärt Frank Erbguth, Ärztlicher Leiter der Universitätsklinik für Neurologie am Klinikum Nürnberg. „Magnesium, Natrium und Kalium sind für die Impulsübertragung besonders wichtig. Ist hier die Balance gestört, kommt es zu vermehrter Erregung in Nerv oder Muskel. Der Nerv kann Signale nicht entsprechend an den Muskel weitergeben. Es kommt zu Muskelzucken – etwa am Lid.“

Mögliche Ursachen, die solche Übererregungen auslösen können:

  • Stress 
  • Schlafmangel 
  • Starkes Schwitzen
  • Alkohol
  • Schwangerschaft 

„Wenn Sie die Nacht durchgemacht haben, zu viel Alkohol und zu wenig Wasser getrunken haben, dann kann das Augenlid tags darauf schon mal flattern. Das ist nicht dramatisch“, sagt der Professor für Neurologie. Dabei tritt das Zucken für gewöhnlich einseitig und am Oberlid auf – und ist spätestens am nächsten Tag wieder weg.

Hört das Flattern am Lid allerdings nach vier Wochen immer noch nicht auf, zucken beide Lider wechselseitig unkontrolliert und fällt das nicht nur dem Betroffenen selbst, sondern auch anderen auf, sollten ernsthafte Ursachen ausgeschlossen werden, erklärt der Experte der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Erster Ansprechpartner ist dann der Augenarzt. Stellt er Auffälligkeiten fest oder hält das Muskelzucken für behandlungsbedürftig, überweist er an den entsprechenden Facharzt, etwa den Neurologen.

Das kann hinter lästigem Lidzucken stecken

Neben einer Dysbalance im Wechselspiel von Muskel und Nerv können weitere Ursachen zu Muskelzuckungen am Auge führen. Wer feststellt, dass sein Lid wiederholt krampft, müsse sich jedoch zunächst keine Gedanken machen, beruhigt der Neurologe. „Bedrohliches steckt nur sehr selten dahinter. Auch sind es in der Regel selbst dann Krankheiten, die schleichend verlaufen und nicht zeitkritisch sind, also möglichst schnell behandelt werden müssten.“

1. Bluthochdruck

Sind wir gestresst oder aufgeregt, steigt unser Blutdruck. Reizt dann ein pulsierendes Blutgefäß den Nerv an unserem Auge, fängt der Lidmuskel an zu zucken – kurzzeitig.

Ist der Blutdruck auf Dauer erhöht, kann sich das Zucken häufen. Mit Folgen für den Organismus: So steigt mit dem Blutdruck etwa das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko.

Wer den Verdacht hat, sein Blutdruck könnte dauerhaft erhöht sein, sollte seine Werte daher zu verschiedenen Tageszeiten kontrollieren. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten sie unterhalb von 140/90 liegen. Der Idealwert liegt bei 120/80.

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2. Halbseitiger Gesichtsspasmus (Spasmus hemifacialis)

Verschlimmert sich das Zucken über Zeit, kann auch ein sogenannter halbseitiger Gesichtsspasmus schuld daran sein. Oft beginnt die krampfartige Störung mit sporadischem Muskelzucken am Augenlid und breitet sich dann auf Wangen und Mund aus. Ab einem gewissen Zeitpunkt verzieht sich das Auge so deutlich, dass es sich fast komplett schließt.

„Es kommt zu einer Art Kurzschluss am Nerv, der die Gesichtsmuskulatur steuert“, erklärt Frank Erbguth das Phänomen. „Je nachdem, wie der Gesichtsnerv und Gefäße innerhalb des Schädels verlaufen, kann es vorkommen, dass sich die verschiedenen Stränge berühren. Durch das ständige Pochen der Arterie wird an der Kontaktstelle die Isolierschicht des Nervs abgeschmirgelt. Ist die Schicht beschädigt, kommt es wie bei einem angekratzten Kabel zum Kurzschluss im Gesichtsnerv. Der elektrisiert den Muskel, das Lid zuckt.“

Botox kann das Symptom lindern

Das kann für Betroffene sehr lästig sein, sieht das Zucken doch aus wie ein Krampfanfall. Gefährlich oder schmerzhaft ist es aber nicht. Aufschluss, ob ein solcher Nerven-Gefäß-Kontakt vorliegt, gibt die Kernspin- bzw. Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). „Beeinträchtigt das ständige Zucken die Lebensqualität des Patienten, können die zu nahe aneinander liegenden Nerven- und Blutbahnen operativ voneinander separiert werden“, erklärt der Neurologe. Doch birgt jede OP ein Risiko, insbesondere im sensiblen Umfeld des Gehirns.

Alternativ kann auch eine Botulinumtoxin-Spritze, das sogenannte „Botox“, helfen. Das Nervengift unterbricht die Übertragung der elektrischen Impulse und lähmt den Muskel. Damit bekämpft das Botox, anders als die Operation, nicht die Ursache des Zuckens, sondern „nur“ das Symptom. Die Konsequenz allerdings ist ähnlich: Das Lidflattern ist deutlich vermindert.

3. Der dystone Lidkrampf (Blepharospasmus)

Der Blepharospasmus bezeichnet einen Lidkrampf, der zumeist beidseitig auftritt. Ursächlich ist eine Überempfindlichkeit des Reflex-Systems des Auges. „Reizt etwas die Hornhaut – Schmutz, Staubkörner, Kleinsttierchen, die durch die Luft fliegen, extrem helles Licht –, löst das unwillkürlich einen Reflex aus. Das Auge schließt sich sekundenschnell“, erläutert Erbguth. „Bei einem Blepharospasmus ist dieser Reflex im Hirn fehlgeschaltet, das Lid krampft auch ohne solche Auslöser.“ Diese Art der willkürlich nicht beeinflussbaren Verkrampfung nennt man fokale Dystonie.

Oft fange die Krampfstörung dabei mit Lidzucken an – „bis Betroffene irgendwann Mühe haben, die Augen überhaupt offen zu halten.“ Auch in diesem Fall kann Botulinumtoxin den Krampf der Muskulatur rund ums Auge unterbinden.

4. Diabetes

Ebenfalls ein möglicher Grund für häufiges Lidzucken: Diabetes. „Genauso wie bei Magnesiummangel hängt das Zucken dann mit einer Störung des Stoffwechsels zusammen“, sagt der Experte. „Allerdings kommt Lidzucken in Zusammenhang mit Diabetes sehr selten vor.“

5. Multiple Sklerose

Ähnlich selten, aber grundsätzlich möglich, ist das Zucken des Lids als Symptom bei Multipler Sklerose (MS). Bei der neurologischen Erkrankung attackieren körpereigene Abwehrzellen die Schutzschicht der Nervenbahnen. Es kommt zu Entzündungen. Die Folge: Mit der Zeit verändern sich die Nervenerregungen, die Signal-Übertragung läuft ungeregelter als bei gesunden Menschen, Muskeln verkrampfen.

Frank Erbguth nennt Lidzucken im Gespräch mit FOCUS Online jedoch eher untypisch für MS. Deutlich häufiger würden demnach Gesichtsschmerzen, Sehnerventzündungen, Gefühlsstörungen oder Lähmungen auftreten.

Fazit: Krampft das Augenlid, ist das in den seltensten Fällen bedenklich, trotzdem sollten Betroffene das Flattern beobachten. Oft kommt es durch das ewige Zucken und Blinzeln zudem zu Begleiterscheinungen wie trockenen Augen. Befeuchtende Augentropfen können dann helfen, das Auge feucht und geschmeidig zu halten. Da das Zucken meist durch einen kurzfristigen Magnesium-Mangel bedingt ist, können im ersten Schritt außerdem Magnesiumtabletten sinnvoll sein.

Wie gefährlich ist augenzucken?

Augenzucken ist in der Regel harmlos und verschwindet meist nach kurzer Zeit wieder von selbst. Es kann aber auch ein Warnsignal des Körpers sein, z. B. dass Sie psychisch überbelastet sind, zu viel Alkohol, Nikotin oder Koffein konsumieren oder an einer Krankheit leiden.

Was steckt hinter augenzucken?

Meist wird das Augenzucken durch Muskeln verursacht, die auch beim Blinzeln zum Einsatz kommen. Das Augenzucken (auch Faszikulation genannt) entsteht dadurch, dass kleine Muskeln im Bereich der Augen durch überreizte Nerven zu unwillkürlichen Bewegungen angeregt werden.

Welcher Mangel bei augenzucken?

Oftmals hören die Beschwerden von selbst wieder auf. Tritt das Augenzucken über einen längeren Zeitraum auf, kann dies unterschiedliche Gründe haben. Eine der Ursachen von Augenlidzucken kann Magnesiumunterversorgung sein. Dieser kann durch Stress, eine einseitige Ernährung und andere Faktoren ausgelöst werden.

Was kann man machen wenn das Augenlid zuckt?

Zur Linderung akuter Symptome eignet sich ein Waschlappen, der zuvor in warmes Wasser getaucht wurde. Legt man diesen für fünf bis zehn Minuten auf das zuckende Lid, so kann die Wärme die irritierten Muskeln meist so sehr entspannen, dass das Zucken aufhört.

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