Wie viel kostet ein tiny house

Definition und Maße

Wie viel kostet ein tiny house
Tiny Houses gehören zu den kleinsten unter den Mini Homes, weshalb sie auch als Kleinsthaus oder Mikrohaus Bezeichnung finden. Sie verfügen über eine Etage und umfassen meist nicht mehr als 15 qm Wohnfläche. Hinzu kommt häufig eine Schlafempore unter dem Dach, die Eigentümer über eine kleine Leiter oder Treppe erreichen.

Hinsichtlich ihrer Mobilität lassen sich zwei Arten von Tiny Houses unterscheiden:

  • Tiny Houses on Wheels: Auch als THOW abgekürzt handelt es sich dabei um Häuschen mit eigenen Radachsen. Sie lassen sich über eine Anhängerkupplung mit dem Pkw verbinden und transportieren.
  • Kleinhäuser ohne Räder: Diese Häuser verfügen nicht über eigene Räder. Aufgrund der geringen Größe lassen sie sich oft dennoch als Ganzes mit einem Lkw transportieren.

Die Maße für Kleinhäuser auf Rädern sind durch die Straßenverkehrsordnung vorgegeben. Diese sieht bestimmte Höchstmaße für Anhänger vor, die Fahrzeugführer mit einem gängigen Führerschein bewegen dürfen. Demnach entspricht die Grundfläche der meisten Kleinhäuser einer Breite von 2,55 Metern und einer Länge von 7 Metern. Die maximale Höhe liegt in Deutschland bei 4 Metern. Ferner ist darauf zu achten, dass das Gesamtgewicht des Gespanns 3.500 kg nicht überschreitet. Für größere Anhänger ist eine spezielle Führerscheinklasse erforderlich.

Wo kann ich ein Tiny House kaufen?

Small Houses haben es vom Nischenprodukt zum Massenmarkt geschafft. Das gilt spätestens seit selbst der bekannte Kafferöster Tchibo die kleinen Häuschen mit in seinen Produktkatalog aufgenommen hat. Neben mehreren großen Anbietern bestehen vielzählige kleine Manufakturen und Schreinereien, die sich auf den Bau von Tiny Houses spezialisiert haben. Bekannte Anbieter mit Fokus auf Tiny Houses sind Vital Camp oder Diekmann.

Grundsätzlich lassen sich zwei Varianten unterscheiden: Zum Einen gibt es vorgefertigte Serienproduktionen. Zum Anderen besteht die Möglichkeit, sich nach seinen individuellen Wünschen ein Tiny House bauen zu lassen. Eine günstige Alternative bieten hier Fertigbausätze.

Ebenso gibt es viele Hersteller, die ein Basismodell anbieten. Dieses ist weitestgehend vorgefertigt, jedoch lassen sich bestimmte Elemente wie das Fassadenmaterial oder Dach nach den Wünschen des Eigentümers individualisieren.

Im Internet kursieren außerdem verschiedene Bauanleitungen für einen Eigenbau. Wer sich auf diese Abenteuer einlässt, sollte über ausreichende Kenntnisse verfügen. Viele Häuslebauer unterschätzen den Aufwand, was nicht zuletzt an den unrealistischen Versprechungen der Anbieter solche Bauanleitungen liegt.

Die Preise für ein Small House

Ein schlüsselfertiges Tiny House gibt es ab 25.000 Euro Anschaffungskosten. Die meisten Modelle liegen bei Preisen zwischen 40.000 und 80.000 Euro. Einen Fertigbausatz gibt es bereits ab einen Preis von 10.000 Euro. Eine Innenausstattung mitsamt Heizung, sanitären Anlagen und Möbel ist darin nicht enthalten. Winzige Häuser mit nicht mehr als 8 qm Wohnfläche sind auch schon für unter 15.000 Euro erhältlich.

Ist ein Tiny House ganzjährig bewohnbar?

Ja, sofern es entsprechend ausgestattet ist. Entscheidend ist hier, dass das Haus über eine Dämmung und ein Heizsystem oder einen Ofen verfügt.

Auch rechtlich gesehen besteht in der Nutzung eines Kleinhauses als dauerhaften Erstwohnsitz kein Problem, sofern es über ein festes Grundstück verfügt und eine Baugenehmigung vorliegt (s.u.).

Baugenehmigung

Die Nachfrage nach mobilen Tiny Houses ist aktuell sehr hoch, aber das deutsche Baurecht sorgt bei vielen Interessenten für Ernüchterung. Grundsätzlich ist es schwierig, eine Genehmigung zu erhalten, da Tiny Houses oft nicht den Vorgaben des Bebauungsplanes entsprechen. Entsprechend schwer ist es, ein Grundstück zu finden. Um dennoch ein Tiny House aufstellen zu können, haben sich vor allem zwei Möglichkeiten etabliert:

  • Ein Stellplatz auf dem Campingplatz: Streng genommen ist der Erstwohnsitz auf dem Campingplatz nicht erlaubt, wird jedoch von den meisten Gemeinden geduldet.
  • Initiativen, um Wohnraum zu schaffen: Mittlerweile gibt es in vielen Gemeinden Initiativen wie Vereine, die sich für entsprechenden Baugrund einsetzen. Für Kommunen besteht zum Beispiel die Möglichkeit, Fläche in sogenannte „Gebiete zur Entwicklung der Wohnnutzung“ umzuwandeln. Hier gibt es dann weitaus weniger Restriktionen, was Bauvorhaben angeht. Leider mahlen die Mühlen der Bürokratie hier langsam und es dauert meist mehrere Jahre, bis ein solches Bürgerbegehren umgesetzt wird.

Hinzu kommt: Das deutsche Recht sieht einen festen Wohnsitz als Erstwohnsitz vor. Da es sich bei einem Tiny Haus um ein mobiles Haus handelt, ist die Gesetzeslage nicht eindeutig. Das Wohnrecht ist Sache von Land und Kommunen, weshalb es hier regionale Unterschiede gibt und pauschale Aussagen nur schwer möglich sind. Erste Anlaufstelle ist das örtliche Bauamt. Eine Wohngenehmigung in Wohngebieten ist meist nicht möglich, weshalb viele Small House Eigentümer auf einen Campingplatz ausweichen. Dabei muss es sich dann um einen Campingplatz mit Dauerstellplätzen handeln.

Ist es möglich, ein Tiny House zu mieten?

Gerade für Eigentümer, die von einem normalgroßen Haus in ein Kleinhaus umziehen, gilt: Die Miete bietet eine gute Möglichkeit, das kleine Wohnen zu testen, ohne sich durch Eigentum zu binden. Viele Hersteller bieten auch ein Probewohnen. Ebenso gibt es Tiny Houses als Urlaubsunterkünfte. Die beengten Verhältnisse sind sicherlich nicht nichts für jedermann. Die Miete bietet eine gute Möglichkeit, das Wohnen im Kleinhaus auf Zeit auszuprobieren.

Ökologisches Wohnen

Laut einer Studie der amerikanischen Colby Universität produziert ein Tiny House mit 17 qm lediglich 7% der CO2-Emission eines mit einer amerikanischen Größe mit 241 qm:

CO2 Emission eines Hauses mit 241 qm

CO2 Emission eines Hauses 17 qm

Heizung: 3.628 kg 253 kg
Strom: 7.257 kg 519 kg
Kühlung: 1.814 kg 130 kg
Gesamt: 12.699 kg 902 kg

Dabei gibt es Manufakturen wie den österreichischen Anbieter Wohnwagon, die vollständig autarke Häuser bauen. Für die Stromversorgung sorgt eine Solaranlage auf dem Dach. Die Wasseraufbereitung erfolgt durch eine sogenannte Grünkläranlage bestehend aus Sumpfpflanzen.

Downsizing als Lebensphilosophie

Das Downsizing, was mit dem deutschen Begriff des Gesundschrumpfens, übersetzt werden kann, ist ein ganzheitlicher Ansatz. Ziel ist nicht nur eine ökologische Lebensweise, sondern auch die Konzentration auf das Wesentliche.

Zunehmende Wohnfläche bedeutet mehr Kosten und mehr Arbeit. Das Tiny House hat das Ziel, die Wohnfläche auf das zu begrenzen, was dessen Bewohner wirklich benötigen. Das spart Kosten und Zeit. Kurzum weniger Aufwand für den Unterhalt, mehr Freiheit zu leben. Eigentümer, die ein Tiny House kaufen, erlangen finanzielle Freiheit, indem sie die Kosten für ihren Lebensunterhalt wesentlich senken.

Was kostet das Tiny House von Ikea?

Das Tiny House kostet umgerechnet 40.000 Euro und enthält ein Schlaf- sowie Wohnzimmer, eine Küche und ein Badezimmer. Die Ikea-Version des Tiny House wird nun für 53.400 Euro angeboten.

Wie groß darf ein Tiny House in Deutschland sein?

Es darf maximal 50 Quadratmeter groß sein. Es darf nicht höher als 3,50 Meter sein. Einige Campingplatzbetreiber lassen allerdings auch Tiny Houses bis 4 Meter Höhe zu, also im Zweifel nachfragen.

Wo darf man in Deutschland ein Tiny House aufstellen?

Legal darf ein Tiny House auf einem Campingplatz, in Ferien- und Wochenendhausgebieten oder auf einem privaten Baugrundstück aufgestellt werden. Aus dem Aufstellort ergibt sich, welcher Haustyp errichtet werden kann, welche Größe das Tiny House haben darf und welche weiteren Anforderungen es erfüllen muss.

Sind Tiny Houses in Deutschland erlaubt?

In Deutschland ist es nicht möglich, Tiny Houses ohne Baugenehmigung einfach auf irgendein Grundstück zu setzen. Wenn Sie dauerhaft darin wohnen wollen, benötigen Sie fast immer eine Baugenehmigung. Denn in diesem Fall wird das Tiny House als Gebäude eingestuft.